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FAQ Verkehr

Warum wartet der Zug in Herrenberg nur bestimmte Zeit auf Umsteiger? Warum werden in der Hauptverkehrszeit nicht einfach ältere ausgediente Fahrzeuge reaktiviert? Warum fährt der Zug Richtung Herrenberg nach dem Haltepunkt Unterjesingen-Sandäcker so langsam an? Warum wurden in Tübingen alle Abfahrten um 1 Minute vorverlegt auf die Minuten 17/47? Wo kann ich Fundsachen abholen? Was tun, wenn der Fahrkartenautomat defekt ist?


Warum wartet der Zug in Herrenberg nur bestimmte Zeit auf Umsteiger?


Wir müssen auch die Pünktlichkeit auf der gesamten Strecke Tübingen - Herrenberg berücksichtigen. Da die Züge auf der eingleisigen Strecke in Entringen kreuzen, führen längere Wartezeiten in Herrenberg nicht nur zu Verspätungen in Richtung Tübingen sondern verzögern zudem die Ankunft des Gegenzuges in Herrenberg und gefährden damit den Anschluss auf die S-Bahn nach Stuttgart. Soweit dies ohne Beeinträchtigung anderer Verbindungen möglich ist, werden die Triebfahrzeugführer selbstverständlich auf Umsteiger warten. Seit 27.12.2017 wartet die Ammertalbahn in Herrenberg bis zu 3 Minuten auf die verspätete S-Bahn, in der Zeit von 16:18 Uhr bis 19:18 Uhr sogar bis zu 4 Minuten. Ab 23:18 Uhr beträgt die Wartezeit bis zu 10 Minuten.

Details: Die S 1 erreicht Herrenberg lt. Fahrplan zur Minute 14 oder 44. Die Ammertalbahn fährt lt. Fahrplan ab zur Minute 18 oder 48. Sofern der Fahrzeugführer der Ammertalbahn die S 1 nicht sieht, erkundigt er sich per Funk bei der Fahrdienstleitung Herrenberg nach der Verspätung der S-Bahn. Damit die Ammertalbahn die Kreuzung des Gegenzuges in Entringen und den Fahrplan nicht gefährdet, muss sie spätestens 3 Minuten nach Fahrplanzeit abfahren. Hierzu ist es erforderlich, dass die S 1 nicht mehr als 5 Minuten Verspätung aufweist, da mindestens 2 Minuten für den Umstieg erforderlich sind. Diese Umstiegszeit ist sehr knapp berechnet, da häufig die ersten für die letzten die Türen aufhalten und sich so noch weitere 2 Minuten Verspätung ergeben. Beträgt die S-Bahn-Verspätung knapp über 5 Minuten, fragt der Zugführer noch beim Fahrdienst Tübingen nach, ob unser Gegenzug aus Tübingen eine Verspätung hat, die er dann ohnehin bei der Kreuzung in Entringen abwarten müsste. In diesem Ausnahmefall wartet die Ammertalbahn in Herrenberg auch noch länger als 3 Minuten nach Fahrplanabfahrt. Die Fahrzeugführer der Ammertalbahn werden hierüber regelmäßig unterwiesen.



Warum werden in der Hauptverkehrszeit nicht einfach ältere ausgediente Fahrzeuge reaktiviert?


Leider ist es so einfach nicht:
  • Die Ammertalbahn fährt nicht im Inselbetrieb, sondern ist eingebunden in ein Umlaufsystem: Fahrzeuge aus dem Pool der RAB werden eingesetzt und müssen innerhalb dieses Systems kompatibel sein.
  • Ältere Fahrzeuge hätten auch nicht die Spurtstärke, die erforderlich ist, um den ambitionierten Fahrplan der Ammertalbahn einzuhalten. Selbst die sehr starken RS1-Fahrzeuge schaffen es nur unter optimalen Bedingungen.




Warum fährt der Zug Richtung Herrenberg nach dem Haltepunkt Unterjesingen-Sandäcker so langsam an?


Im Detail ist es kompliziert. Die Kurzfassung lautet: Die Sicherheitsprotokolle der Bahn zwingen die Zugführer an dieser Stelle, für einige hundert Meter nicht schneller als 35 km/h zu fahren. Damit soll verhindert werden, dass die Zugbeeinflussung, die schon vor dem Halt stattgefunden hat, nach dem Halt vergessen wird. Diese Vorschrift wurde eingeführt, nachdem 1990 in Rüsselsheim ein tödlicher Unfall aus einer solchen Situation heraus passiert ist. Mehr dazu hier.



Warum wurden in Tübingen alle Abfahrten um 1 Minute vorverlegt auf die Minuten 17/47?


Die Übergangszeit in Tübingen beträgt jetzt 3 Minuten. Das ist recht knapp bemessen. Im Rahmen der Untersuchungen zur Weiterentwicklung der Ammertalbahn wurde diese Frage untersucht. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass eine Vorverlegung der Abfahrtsminuten in Tübingen positive Auswirkungen auf die Anschlusssicherheit in Herrenberg haben wird. Daher wurde diese Maßnahme zum Fahrplanwechsel 2010/2011 umgesetzt.


Was tun, wenn der Fahrkartenautomat defekt ist?


Bitte melden Sie die Automatenstörung der auf dem Automaten angegebenen Stelle (Telefonnummer 01801/235959). Ein entsprechender Hinweis ist auf den Automaten aufgebracht. Selbstverständlich kann der Zug dann ohne Fahrschein genutzt werden (auf anderen Strecken kann der Fahrschein dann ausnahmsweise beim Zugbegleiter nachgelöst werden). Sollten Sie dann in eine Kontrolle geraten, genügt der Hinweis auf den defekten Automaten (der normalerweise zu entrichtende Fahrpreis muss allerdings gezahlt werden), es fällt kein erhöhtes Beförderungsentgelt an. Sollte der Telefonanruf nicht möglich sein (einfahrender Zug/ kein Handy dabei), genügt auch ein Hinweis, sofern möglich, an den Zugleiter oder dann eben an den Kontrolleur (die Störung wird unabhängig von einer Meldung per Telefon nachgeprüft).